Mittwoch, 29. Juli 2026

Ratgeber

Geldanlage in Krisen: Wie man Nerven und Kapital gleichermaßen schont

Marktkorrekturen sind normal – ihre Wirkung auf Anleger nicht. Wie man in turbulenten Phasen strukturiert bleibt und langfristig profitiert.

DJ

Von Dr. Julian Weber

Chefökonom · Marktblick · · aktualisiert am 26. Juli 2026 · 9 Min. Lesezeit

Volatile Charts auf einem Bildschirm in dunkler Umgebung
Volatile Charts auf einem Bildschirm in dunkler Umgebung

Marktkorrekturen sind nicht die Ausnahme, sondern regelmäßig wiederkehrende Realität. Wer sein Anlageverhalten daran ausrichtet, schont Nerven und Kapital.

Historischer Kontext

Der MSCI World hat seit 1970 rund ein Dutzend Rückschläge von mehr als 20 % erlebt – und jeden davon überwunden. Wer investiert blieb, hat den Wertzuwachs mitgenommen. Wer verkauft hat, häufig nicht.

Der Notgroschen ist die Basis

Bevor Sie über Anlagestrategien nachdenken, sollte der Notgroschen (3 – 6 Monatsausgaben) auf einem Tagesgeldkonto liegen. Damit vermeiden Sie erzwungene Verkäufe zu ungünstigen Zeitpunkten.

Verhaltensregeln in der Krise

  • Kein Verkauf aus Angst – Sparpläne fortsetzen.
  • Depot maximal einmal im Monat prüfen.
  • Rebalancing planmäßig durchführen, nicht emotional.
  • Keine Kredite zur Aktienrettung aufnehmen.

Warum Sparpläne besonders wertvoll sind

In fallenden Märkten kauft ein Sparplan mehr Anteile für dieselbe Rate – ein automatischer „Buy the Dip“-Effekt, ohne den Markt timen zu müssen.

Rebalancing

Wenn Aktien stark gefallen sind und Anleihen weniger, weicht die Portfolioaufteilung von der Zielallokation ab. Rebalancing bedeutet: Sie kaufen von der schwachen und verkaufen von der starken Position – automatisch antizyklisch.

Kommunikation im Haushalt

Wer Anlageentscheidungen im Haushalt bespricht, reduziert emotionalen Druck deutlich. Häufig sind es unterschiedliche Risikoprofile innerhalb der Familie, die zu Verkäufen in Panik führen.

In der Krise verliert selten, wer die falsche Strategie hatte – sondern wer die richtige Strategie unter Druck aufgegeben hat.

Konkret in der nächsten Krise

Depot nicht anschauen, Sparplan laufen lassen, Notgroschen prüfen, Termin für Rebalancing im Kalender halten. Wer diese vier Punkte einhält, hat den Großteil richtig gemacht.

Das Wichtigste in Kürze
  • Marktkorrekturen sind nicht die Ausnahme, sondern regelmäßig wiederkehrende Realität.
  • Der MSCI World hat seit 1970 rund ein Dutzend Rückschläge von mehr als 20 % erlebt – und jeden davon überwunden.
  • Bevor Sie über Anlagestrategien nachdenken, sollte der Notgroschen (3 – 6 Monatsausgaben) auf einem Tagesgeldkonto liegen.
  • In fallenden Märkten kauft ein Sparplan mehr Anteile für dieselbe Rate – ein automatischer „Buy the Dip“-Effekt, ohne den Markt timen zu müssen.
  • Wenn Aktien stark gefallen sind und Anleihen weniger, weicht die Portfolioaufteilung von der Zielallokation ab.

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Hinweis der Redaktion

Dieser Beitrag wurde von der Marktblick-Redaktion nach bestem Wissen recherchiert und ersetzt keine individuelle Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung. Alle Angaben beziehen sich – soweit nicht anders gekennzeichnet – auf die Rechtslage im Euroraum bzw. in Deutschland zum Zeitpunkt der Veröffentlichung. Wesentliche Aktualisierungen kennzeichnen wir mit einem Bearbeitungsdatum.

Häufige Fragen

Wann ist der richtige Zeitpunkt für den Wiedereinstieg?

Ein guter Zeitpunkt lässt sich nicht zuverlässig prognostizieren. Deshalb ist ein Verbleib im Markt statistisch überlegen.

Ist Gold in Krisen eine gute Ergänzung?

Als kleine Beimischung (5 – 10 %) durchaus. Als Hauptanlage jedoch renditeschwach.

#Krisen#Verhalten#Ratgeber

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