Rohstoffe im Portfolio können in Krisenphasen stabilisierend wirken – doch der Zugang unterscheidet sich deutlich vom Aktien-ETF. Der zentrale Grund: Rohstoffe lassen sich meist nicht sinnvoll physisch halten.
ETC statt ETF: der feine Unterschied
Reine Rohstoffprodukte sind rechtlich häufig keine Fonds, sondern Exchange Traded Commodities (ETCs) – strukturierte Schuldverschreibungen, die durch physische Rohstoffe oder Sicherheiten unterlegt sind. Bei Gold sind physisch besicherte ETCs Standard.
Warum Öl-ETFs anders funktionieren
Ein Öl-ETF hält kein Öl, sondern Öl-Terminkontrakte. Beim Rollen dieser Kontrakte entstehen je nach Kurvenform zusätzliche Erträge oder Verluste – daher weicht die Wertentwicklung eines Öl-ETFs häufig deutlich vom Kassapreis ab.
Contango und Backwardation
- Contango: Zukünftige Kontrakte sind teurer als aktuelle. Beim Rollen entstehen Verluste – schlecht für Long-Positionen.
- Backwardation: Zukünftige Kontrakte sind günstiger. Beim Rollen entstehen Erträge.
Kosten und Steuer
Rohstoff-ETPs sind meist teurer als klassische Aktien-ETFs. Physisch besicherte Gold-ETCs können zudem steuerliche Vorteile bieten – nach einem Jahr Haltedauer sind Gewinne unter bestimmten Voraussetzungen in Deutschland steuerfrei.
Welche Rolle Rohstoffe im Portfolio spielen
Als strategische Beimischung – meist unter zehn Prozent – können Rohstoffe die Portfolio-Volatilität dämpfen und ergänzen sich mit Aktien und Anleihen. Als Hauptbaustein sind sie ungeeignet.
„Rohstoffe sind kein Rendite-Turbo, aber ein sinnvoller Puffer gegen bestimmte Krisenszenarien.“
Praxis-Tipps für die Auswahl
Achten Sie auf Fondsvolumen, physische Besicherung (bei Edelmetallen), Domizil, laufende Kosten und die Struktur des Underlyings. Bei Rohstoff-Baskets ist die Gewichtungsmethode entscheidend.



