Mittwoch, 29. Juli 2026

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Rohstoff-ETFs in der Praxis: Wie Sie Gold, Öl und Kupfer ins Depot holen

Physische Replikation ist bei Rohstoffen selten möglich. Wie synthetische Rohstoff-ETFs funktionieren, welche Kosten sie tragen und worauf Anleger achten sollten.

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Von Nina Bartels

Redakteurin Investieren · · aktualisiert am 22. Juli 2026 · 9 Min. Lesezeit

Goldbarren neben ETF-Übersichtsscreen
Goldbarren neben ETF-Übersichtsscreen

Rohstoffe im Portfolio können in Krisenphasen stabilisierend wirken – doch der Zugang unterscheidet sich deutlich vom Aktien-ETF. Der zentrale Grund: Rohstoffe lassen sich meist nicht sinnvoll physisch halten.

ETC statt ETF: der feine Unterschied

Reine Rohstoffprodukte sind rechtlich häufig keine Fonds, sondern Exchange Traded Commodities (ETCs) – strukturierte Schuldverschreibungen, die durch physische Rohstoffe oder Sicherheiten unterlegt sind. Bei Gold sind physisch besicherte ETCs Standard.

Warum Öl-ETFs anders funktionieren

Ein Öl-ETF hält kein Öl, sondern Öl-Terminkontrakte. Beim Rollen dieser Kontrakte entstehen je nach Kurvenform zusätzliche Erträge oder Verluste – daher weicht die Wertentwicklung eines Öl-ETFs häufig deutlich vom Kassapreis ab.

Contango und Backwardation

  • Contango: Zukünftige Kontrakte sind teurer als aktuelle. Beim Rollen entstehen Verluste – schlecht für Long-Positionen.
  • Backwardation: Zukünftige Kontrakte sind günstiger. Beim Rollen entstehen Erträge.

Kosten und Steuer

Rohstoff-ETPs sind meist teurer als klassische Aktien-ETFs. Physisch besicherte Gold-ETCs können zudem steuerliche Vorteile bieten – nach einem Jahr Haltedauer sind Gewinne unter bestimmten Voraussetzungen in Deutschland steuerfrei.

Welche Rolle Rohstoffe im Portfolio spielen

Als strategische Beimischung – meist unter zehn Prozent – können Rohstoffe die Portfolio-Volatilität dämpfen und ergänzen sich mit Aktien und Anleihen. Als Hauptbaustein sind sie ungeeignet.

Rohstoffe sind kein Rendite-Turbo, aber ein sinnvoller Puffer gegen bestimmte Krisenszenarien.

Praxis-Tipps für die Auswahl

Achten Sie auf Fondsvolumen, physische Besicherung (bei Edelmetallen), Domizil, laufende Kosten und die Struktur des Underlyings. Bei Rohstoff-Baskets ist die Gewichtungsmethode entscheidend.

Das Wichtigste in Kürze
  • Rohstoffe im Portfolio können in Krisenphasen stabilisierend wirken – doch der Zugang unterscheidet sich deutlich vom Aktien-ETF.
  • Reine Rohstoffprodukte sind rechtlich häufig keine Fonds, sondern Exchange Traded Commodities (ETCs) – strukturierte Schuldverschreibungen, die durch physische Rohstoffe oder Sicherheiten unterlegt sind.
  • Ein Öl-ETF hält kein Öl, sondern Öl-Terminkontrakte.
  • Rohstoff-ETPs sind meist teurer als klassische Aktien-ETFs.
  • Als strategische Beimischung – meist unter zehn Prozent – können Rohstoffe die Portfolio-Volatilität dämpfen und ergänzen sich mit Aktien und Anleihen.

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Hinweis der Redaktion

Dieser Beitrag wurde von der Marktblick-Redaktion nach bestem Wissen recherchiert und ersetzt keine individuelle Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung. Alle Angaben beziehen sich – soweit nicht anders gekennzeichnet – auf die Rechtslage im Euroraum bzw. in Deutschland zum Zeitpunkt der Veröffentlichung. Wesentliche Aktualisierungen kennzeichnen wir mit einem Bearbeitungsdatum.

Häufige Fragen

Sind Gold-ETCs sicher?

Sie tragen ein Emittentenrisiko. Physisch besicherte Produkte mit segregierter Verwahrung reduzieren dieses Risiko deutlich.

Warum entwickelt sich mein Öl-ETF anders als der Ölpreis?

Weil er in Terminkontrakte investiert. Rolleffekte und Kurvenform der Terminkurve verändern die Wertentwicklung teils deutlich.

#ETF#Rohstoffe#Gold

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