Aktienbörsen sind das sichtbarste Element der Kapitalmärkte, aber gleichzeitig eines der am häufigsten missverstandenen. Dabei sind ihre Grundprinzipien überschaubar und für jeden nachvollziehbar.
Primär- und Sekundärmarkt
Am Primärmarkt werden Aktien erstmalig ausgegeben – klassisch beim Börsengang (IPO) oder bei einer Kapitalerhöhung. Das Geld fließt direkt an das Unternehmen. Am Sekundärmarkt handeln Anleger diese Papiere anschließend untereinander – ohne dass das Unternehmen selbst weiteres Kapital erhält.
Wichtige Handelsplätze in Deutschland
- XETRA: elektronisches Referenzsystem der Deutschen Börse, höchste Liquidität für DAX-Werte.
- Frankfurt Parkett: fortgeführt als Präsenzhandel mit Marktteilnehmern.
- Tradegate, gettex: außerbörsliche Handelsplattformen mit langen Handelszeiten.
- Direktbank-Broker: nutzen die genannten Plätze im Hintergrund.
Orderarten im Überblick
Wer eine Aktie kauft, entscheidet nicht nur über die Stückzahl, sondern auch über die Orderart. Market Orders werden zum nächsten verfügbaren Kurs ausgeführt, Limit Orders nur zu einem festgelegten Höchst- oder Mindestpreis. Stop-Orders werden erst aktiv, wenn ein bestimmter Kurs erreicht wird.
Spreads, Gebühren, versteckte Kosten
Neben den offen ausgewiesenen Ordergebühren spielen der Spread zwischen Kauf- und Verkaufskurs sowie mögliche Fremdkostenpauschalen eine Rolle. Ein Vergleich lohnt sich besonders für kleine Sparraten, bei denen prozentuale Kosten stärker ins Gewicht fallen.
Marktzeiten und Volatilität
Am produktivsten ist der Handel zu den Öffnungs- und Schlusszeiten der wichtigsten Börsen. In den Randzeiten sind Spreads meist breiter, die Kursstellung ungenauer. Für Sparpläne ist die Ausführung außerhalb der Kernzeiten meistens unproblematisch – für aktive Order lohnt sich Präzision.
„Wer den Markt schlagen will, konkurriert mit den bestbezahlten Analysten der Welt. Wer den Markt kauft, muss sie nur nicht bezahlen.“
Die Rolle der Indizes
DAX, MDAX, EURO STOXX 50, S&P 500, MSCI World – Indizes bündeln Aktienbewegungen zu einer Kennzahl. Sie sind Referenzpunkt für ETFs, Fonds und Zertifikate und geben einen schnellen Überblick über die Marktverfassung.



