Donnerstag, 30. Juli 2026

Banking

Zinswende stockt: Kreditinstitute geben EZB-Erhöhung kaum an Tagesgeld-Sparer weiter

Die jüngste Anhebung der Leitzinsen durch die Europäische Zentralbank kommt bei deutschen Sparern vorerst kaum an. Eine aktuelle Marktuntersuchung zeigt, dass nur ein kleiner Teil der Banken die Konditionen für Tagesgeld verbessert hat.

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Von Markus Neumann

Redaktion Banking · · 2 Min.

Zinswende stockt: Kreditinstitute geben EZB-Erhöhung kaum an Tagesgeld-Sparer weiter
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Privatkunden in Deutschland spüren nach der jüngsten geldpolitischen Straffung der Europäischen Zentralbank (EZB) kaum positive Effekte auf ihren Tagesgeldkonten. Obwohl die Notenbank an der Zinsschraube gedreht hat, verharren die Konditionen für täglich fällige Einlagen bei der großen Mehrheit der hiesigen Kreditinstitute auf einem unveränderten Niveau. Wie träge der Markt reagiert, belegt eine aktuelle Erhebung des Vergleichsportals Verivox.

Nur ein Bruchteil der Banken passt Konditionen an

Für die Analyse wurden die Angebote von insgesamt 823 Banken und Sparkassen seit dem EZB-Entscheid am 11. Juni genauer unter die Lupe genommen. Das Ergebnis ist für Sparer ernüchternd: Lediglich 17 Prozent der untersuchten Finanzhäuser haben die Zinserträge für ihre Bestandskunden im Bereich des Tagesgelds seither angehoben. Das entspricht absolut gesehen nur 138 der analysierten Institute.

Diejenigen Banken, die sich zu einer Erhöhung entschlossen haben, hoben die Zinssätze im Schnitt um moderate 0,18 Prozentpunkte an. Damit verbesserte sich der bundesweite Durchschnitt für überregional verfügbare Tagesgeldangebote nur minimal von zuvor 1,33 Prozent auf aktuell 1,38 Prozent. Deutlich vorteilhafter stellt sich für Sparer derweil die Situation im Bereich der Festgeldanlagen dar, wo die Zinsschritte der Notenbank weitaus deutlicher ankommen.

Regionale Sparkassen und Genossenschaftsbanken bleiben Schlusslichter

Besonders zurückhaltend agieren regionale Geldinstitute bei der Weitergabe der Zinsvorteile. Bei den Sparkassen liegt der durchschnittlich angebotene Tagesgeldzins laut der Verivox-Datenbasis derzeit bei mageren 0,41 Prozent. Seit dem jüngsten Notenbanktreffen im Juni ist dieser Wert im Schnitt um gerade einmal 0,03 Prozentpunkte gestiegen.

Ein nahezu identisches Verhalten zeigt sich im genossenschaftlichen Sektor. Regionale Volks- und Raiffeisenbanken bieten ihren Kunden im Durchschnitt einen Zinssatz von 0,47 Prozent für Tagesgeldeinlagen. Auch in dieser Bankengruppe belief sich die durchschnittliche Anpassung seit dem Stichtag im Juni auf lediglich 0,03 Prozentpunkte.

Einordnung der Redaktion: Die Zurückhaltung der deutschen Kreditinstitute, insbesondere im regionalen Sektor, zeigt deutlich, dass viele Banken aktuell keine Notwendigkeit sehen, über hohe Tagesgeldzinsen um Kundengelder zu buhlen. Da ein Großteil der Einlagen traditionell bei Sparkassen und Genossenschaftsbanken verbleibt, nutzen diese Institute den Spielraum, um ihre eigenen Zinsmargen nach den mageren Jahren der Nullzinsphase zu stärken. Für Verbraucher bedeutet dies, dass sie weiterhin aktiv vergleichen und gegebenenfalls den Anbieter wechseln müssen, um nennenswerte Renditen zu erzielen.

Eigenständig verfasst von der Marktblick-Redaktion. Recherchegrundlage: Berliner Morgenpost. Angaben ohne Gewähr, keine Anlageberatung.

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