Donnerstag, 30. Juli 2026

Banking

Zinsentwicklung vor EZB-Sitzung: Banken erhöhen Festgeldkonditionen, sparen aber beim Tagesgeld

Vor dem heutigen Treffen der Europäischen Zentralbank weisen die Sparzinsen in Deutschland eine deutliche Zweiteilung auf. Während Festgeld-Anleger von steigenden Renditen profitieren, gehen Tagesgeld-Sparer weiterhin weitgehend leer aus.

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Von Hendrik Janssen

Redaktion Banking · · 2 Min.

Zinsentwicklung vor EZB-Sitzung: Banken erhöhen Festgeldkonditionen, sparen aber beim Tagesgeld
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Vor dem anstehenden Treffen der europäischen Währungshüter zeichnet sich auf dem deutschen Markt für Sparprodukte eine zweigeteilte Entwicklung ab. Während die meisten Finanzinstitute die Zinsen für täglich fällige Gelder weiterhin sehr niedrig halten, zeigen sie sich bei länger brennenden Festgeldanlagen deutlich großzügiger.

Am heutigen Tag steht das Treffen der Europäischen Zentralbank (EZB) zur Zinspolitik an. Branchenbeobachter rechnen fest damit, dass der Einlagenzins bei 2,25 Prozent belassen wird. Diesen Zinssatz erhalten Banken und Sparkassen derzeit, wenn sie überschüssige Gelder bei der Notenbank parken. Obwohl die EZB die Zinsen in der Vergangenheit angehoben hatte, reichte die Mehrzahl der Geldhäuser diese Erhöhungen bislang nicht an Kunden mit Tagesgeldkonten weiter.

Attraktivere Konditionen bei festen Laufzeiten

Ein ganz anderes Bild zeigt sich hingegen beim Festgeld. Hier haben zahlreiche Kreditinstitute ihre Konditionen im Vorfeld der geldpolitischen Sitzung merklich nach oben geschraubt. Das betrifft sowohl kurze als auch langfristige Bindungsfristen, bei denen die durchschnittlichen Erträge mittlerweile über dem Einlagenniveau der Zentralbank liegen.

Für bundesweit angebotene Festgelder mit einer Laufzeit von einem Jahr kletterte der durchschnittliche Zinssatz seit Anfang März, dem Beginn des Iran-Kriegs, von zuvor glatten 2,0 Prozent auf aktuell 2,35 Prozent. Bei einer Anlagedauer von zwei Jahren verzeichneten die Zinssätze im selben Zeitraum einen Anstieg von 2,07 Prozent auf nunmehr 2,44 Prozent.

Auch wer sein Kapital besonders langfristig binden möchte, profitiert von dieser Entwicklung: Bei Verträgen über zehn Jahre Laufzeit erhöhten sich die durchschnittlichen Erträge von 2,51 Prozent auf gegenwärtig 2,9 Prozent. Damit zahlen die Institute ihren Kunden im Schnitt mehr Zinsen für das Festgeld, als sie selbst bei der Notenbank erwirtschaften können.

Ungleiche Behandlung von Sparformen

Einordnung der Redaktion: Die vorliegenden Daten verdeutlichen das strategische Kalkül der Banken in der aktuellen Zinsphase. Indem die Institute Festgeldzinsen oberhalb des EZB-Einlagensatzes von 2,25 Prozent anbieten, versuchen sie, sich langfristig Liquidität zu sichern. Dass die Erhöhungen beim Tagesgeld hingegen ausbleiben, zeigt, dass die Institute den Zinsvorteil im flexiblen Bereich lieber zur Aufbesserung der eigenen Margen nutzen, statt ihn an die breite Masse der Sparer weiterzugeben.

Eigenständig verfasst von der Marktblick-Redaktion. Recherchegrundlage: n-tv NACHRICHTEN. Angaben ohne Gewähr, keine Anlageberatung.

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