Der Münchener Konzern Knorr-Bremse hat am Mittwochabend seine Prognose für das laufende Jahr nach oben angepasst. Dank einer robusten operativen Entwicklung blickt der Hersteller von Bremssystemen positiver auf die kommenden Monate. Gleichzeitig präsentierte das Management neue strategische Zielsetzungen, die bis zum Jahr 2030 reichen.
Operativ lief das zweite Quartal für die Bayern erfolgreich. Die Erlöse kletterten im zweiten Jahresviertel um 7,2 Prozent, während das bereinigte operative Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) ein starkes Wachstum verzeichnete. Für das Gesamtjahr rechnet Knorr-Bremse nun mit einem Umsatz zwischen 8,1 und 8,3 Milliarden Euro. Damit wurde das untere Ende der bisherigen Umsatzspanne um 100 Millionen Euro angehoben.
Mittelfristige Pläne belasten die Stimmung
Trotz der positiven Nachrichten für das laufende Jahr reagierten die Marktteilnehmer verhalten. Zwar konnte das Papier im nachbörslichen Handel am Mittwoch zunächst um rund zwei Prozent zulegen, verlor diesen Schwung am darauffolgenden Handelstag jedoch vollständig. Am Donnerstag rutschte der Kurs deutlich ab und verzeichnete letztlich ein Minus von 7,8 Prozent, womit die Aktie bei 99,90 Euro notierte.
Als Hauptgrund für die negative Reaktion gilt die Skepsis bezüglich der längerfristigen Unternehmensplanung. Analysten der DZ Bank wiesen darauf hin, dass die vom Unternehmen formulierten Mittelfristziele hinter den Erwartungen zurückbleiben, die zuvor im Markt vorherrschten. Dies dämpfte die Stimmung der Investoren erheblich.
Rückfall in den Seitwärtstrend
Durch den starken Kursverlust hat sich auch das charttechnische Bild des Wertpapiers wieder getrübt. Die Aktie fällt damit in eine Seitwärtsbewegung zurück, die bereits seit April dieses Jahres anhält. Zuvor war der Titel im Laufe des Monats Juli bereits zweimal daran gescheitert, die Marke von 110,80 Euro nachhaltig zu überwinden.
Einordnung der Redaktion: Der Fall Knorr-Bremse zeigt einmal mehr, dass an der Börse die Zukunft gehandelt wird. Ein robustes operatives Quartal und ein leicht angehobener Ausblick für das laufende Jahr reichen oft nicht aus, wenn die längerfristigen Ambitionen den Optimismus der Marktteilnehmer nicht stützen können. Da die Ziele bis 2030 hinter den Erwartungen der Analysten zurückbleiben, verbleibt das Papier vorerst in seiner etablierten Seitwärtsspanne.
